Reisewege Spanien - Von der Costa Brava in die Pyrenäen
Freitag, 11.04.2008 um 15:45 auf 3sat
Die zerklüftete und ehemals unwirtliche Felslandschaft, die der katalanische Schriftsteller Ferràn Agulló Ende des 19. Jahrhunderts “Costa Brava”, wilde Küste, taufte, ist zwar seit langem vom Tourismus gezähmt, doch die alten Ortskerne und das nahe Hinterland bieten noch unzerstörte Architektur und unberührte Landschaft. “Mar y Muntanya” ist das Motto des Reiseweges, das von der Costa Brava in die Pyrenäen führt. “Meer und Berge’” heißt auch das Nationalgericht dieser Gegend, eine Kombination von Meeresfrüchten mit Fleischspeisen, die man bis heute zum Beispiel in einer Fischerhütte kosten kann. Eigentlich ist die “Wilde Küste” schon lange Kulturland: Römerstädte und Griechenkolonien, Iberersiedlungen und Klosteranlagen sind dort zu entdecken, nicht zuletzt auch die schöne Provinzhauptstadt Girona mit ihren pastellfarbenen Häuserreihen und dem alten Call, dem besterhaltenen Judenviertel Spaniens. Seit Jahren ist die Küste nicht nur für Touristen, sondern auch für Künstler und Kunstliebhaber attraktiv: Der Maler Josep Niebla bannt die Wellen der Costa Brava in Originalgröße auf die Leinwand, im Schloss Perelada hat der Sammler und Dalí-Freund Miguel Mateu Pla in seiner Bibliothek wertvolle Don-Quichote-Ausgaben zusammengetragen. Im bergigen Hinterland hat sich ursprüngliche katalonische Kultur erhalten: in der Arte Cristiana, einer Manufaktur für Heiligenfiguren, oder beim Schäfer, der die “Perros de Tura”, die pyrenäischen Hirtenhunde, züchtet, und beim Almabtrieb der Pferde, der jedes Jahr im Herbst stattfindet. Der erste Teil von “Reisewege Spanien” führt von der Costa Brava in die Pyrenäen.